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PM: Kreiselternrat Dresden fordert Aktionsplan gegen Schulabbrüche (vom 09.06.2026)

Zum Ende des Schuljahres richtet der Kreiselternrat Dresden den Blick auf eine der größten bildungs- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen in Sachsen: Noch immer verlassen viel zu viele junge Menschen die Schule ohne einen Schulabschluss. Nach aktuellen Zahlen waren dies im Schuljahr 2024/25 insgesamt 3.210 Schülerinnen und Schüler – das entspricht 9,1 Prozent aller Schulabgängerinnen und Schulabgänger in Sachsen. Damit gehört Sachsen weiterhin zu den Schlusslichtern im bundesweiten Vergleich.

„Hinter jeder Zahl steht ein junger Mensch mit Hoffnungen, Talenten und Zukunftsplänen. Wenn Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, dann dürfen wir das nicht als individuelles Versagen betrachten. Schulabbruch hat immer Ursachen – und diese sind vielfältig: persönliche Krisen, soziale Herausforderungen, fehlende Unterstützung, gesundheitliche Probleme oder ein Schulsystem, das nicht immer ausreichend auf individuelle Lebenslagen reagieren kann“, erklärt Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden.

Der Kreiselternrat Dresden macht deutlich, dass sich Sachsen weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich leisten kann, junge Menschen zurückzulassen. Angesichts der Überalterung der Gesellschaft sowie des bestehenden Fach- und Arbeitskräftemangels sei jeder verlorene Bildungsweg ein Verlust für den gesamten Freistaat.

„Wir brauchen endlich ein Sachsen der zweiten, dritten und auch vierten Chancen. Junge Menschen müssen jederzeit die Möglichkeit erhalten, einen Schulabschluss nachzuholen und einen erfolgreichen Weg in Ausbildung und Beruf einzuschlagen. Bildungskarrieren verlaufen nicht bei allen geradlinig – darauf müssen wir reagieren“, so Kraft weiter.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei Handlungsbedarf dringend geboten. Gleichzeitig suchen tausende junge Menschen nach Perspektiven, während Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.

Steve Federow, stellvertretender Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden, erklärt: „Der Zusammenhang zwischen Schulabbrüchen, fehlenden Ausbildungsabschlüssen und dem Fachkräftemangel ist offensichtlich. Unternehmen suchen händeringend Nachwuchs, während zu viele Jugendliche ohne Abschluss und ohne klare Anschlussperspektive das Bildungssystem verlassen. Das können wir uns als Wirtschaftsstandort Sachsen nicht leisten. Jeder erfolgreich erreichte Schulabschluss ist zugleich eine Investition in die Zukunft unseres Landes.“

Der Kreiselternrat Dresden fordert die Sächsische Staatsregierung deshalb auf, einen landesweiten Aktionsplan zur Verringerung der Schulabbrecherquote zu erarbeiten und konsequent umzusetzen. Dieser müsse ressortübergreifend angelegt sein und konkrete, messbare Ziele enthalten.

Zu den zentralen Forderungen des Kreiselternrates Dresden gehören:

  • eine landesweite Strategie zur frühzeitigen Identifikation von Schulabbruchsrisiken,
  • deutlich mehr Schulsozialarbeit sowie multiprofessionelle Teams an Schulen,
  • kleinere Lerngruppen und gezielte Förderangebote für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf,
  • eine bessere Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe, Arbeitsagentur und Wirtschaft,
  • der Ausbau alternativer Lern- und Bildungswege für junge Menschen mit besonderen Herausforderungen,
  • niedrigschwellige Angebote zum Nachholen von Schulabschlüssen – auch für junge Erwachsene über 18 Jahre,
  • ein flächendeckendes Übergangsmanagement von Schule in Ausbildung und Beruf,
  • die Weiterfinanzierung von Praxisberatern an allen weiterführenden Schularten für eine stärkere individuelle Berufs- und Lebenswegorientierung,
  • verbindliche Konzepte gegen Schulabsentismus und eine engere Begleitung gefährdeter Schülerinnen und Schüler,
  • eine verlässliche Datengrundlage und regelmäßige Berichterstattung über Ursachen und Entwicklung der Schulabbrüche.

Susanne Heuer, stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrates Dresden und Inklusionsbeauftragte, betont die Bedeutung präventiver Maßnahmen: „Viele Schulabbrüche kündigen sich lange vorher an. Fehlzeiten, Überforderung und Verweigerung, soziale Belastungen oder fehlende Perspektiven sind oft deutliche Warnsignale. Schulen und Eltern brauchen mehr Unterstützung, um frühzeitig reagieren zu können. Prävention ist nicht nur wirksamer und wirtschaftlicher als spätere Versuche zur Schadensbegrenzung, sie ist ein Gebot der Fürsorge gegenüber den jungen Menschen und eine zentrale Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinschaft.“

Der Kreiselternrat Dresden verweist darauf, dass bereits eine Verringerung der sächsischen Schulabbrecherquote auf das Niveau Bayerns dazu führen würde, dass nahezu 1.000 zusätzliche junge Menschen jedes Jahr einen Schulabschluss erreichen. Dies wäre ein bedeutender Gewinn für die Betroffenen selbst, für die Gesellschaft und für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaates.

„Unser Ziel muss klar sein: Kein junger Mensch darf verloren gehen. Jeder Schulabschluss eröffnet Chancen, stärkt die persönliche Entwicklung und verbessert die Perspektiven auf ein selbstbestimmtes Leben. Gerade zum Ende des Schuljahres sollten wir nicht nur auf erfolgreiche Bildungswege schauen, sondern auch auf diejenigen, die Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren. Ihnen gilt unsere besondere Aufmerksamkeit“, so der Vorstand des Kreiselternrates Dresden abschließend.

30 Visionen für Dresden (Gastbeitrag in der Sächsischen Zeitung vom 30.5.2026)

PM: Schulen müssen Schutzräume der Demokratie bleiben – keine Bühne für rechtsextreme Einflussnahme (vom 11.5.2026)

Der Kreiselternrat Dresden zeigt sich mit großer Sorge über die angekündigte „Schultour“ der sogenannten „Generation Deutschland“. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden bestehen erhebliche personelle und ideologische Kontinuitäten zur ehemaligen „Jungen Alternative“, die als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft wurde.

Wenn eine politische Organisation ankündigt: „Wir kommen vor deine Schule“, dann handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen politischen Informationsstand. Jugendliche sollen gezielt dort abgeholt werden, wo sie sich täglich bewegen – auf dem Schulweg, in Pausen und im unmittelbaren sozialen Umfeld.

Besonders problematisch ist dabei laut Kreiselternrat die bewusste Inszenierung als jugendliche Lifestyle-Kampagne, denn hierbei verbinden sich politische Botschaften und Narrative mit Stickern, Social-Media-Optik, popkultureller Ansprache und vermeintlich harmloser Schulhofästhetik.

„Schulen müssen geschützte Orte des Lernens, der Vielfalt und des demokratischen Miteinanders bleiben – keine Kulisse für politische Provokationen und Einschüchterungsversuche. Dass gezielt vor Schulen für eine politische Agenda geworben wird, ist besorgniserregend.“, erklärt Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates.

Der Kreiselternrat verweist in diesem Zusammenhang auf den sogenannten Beutelsbacher Konsens, der als Grundlage politischer Bildung in Deutschland ausdrücklich ein Überwältigungs- und Indoktrinationsverbot formuliert. Schülerinnen und Schüler dürfen nicht gezielt manipuliert oder einseitig beeinflusst werden. Politische Bildung lebt von Kontroversität, kritischer Reflexion und der Fähigkeit zur eigenen Urteilsbildung. Zudem gilt in Sachsen klar: Politische Werbung von Parteien, Organisationen und Verbänden auf dem Schulgelände sowie unmittelbar vor und nach schulischen Veranstaltungen ist unzulässig. Diese Regelungen dienen dem Schutz junger Menschen und der politischen Neutralität von Schule.

„Wer auf diese Art und Weise gezielt vor Schulen auftaucht, sucht nicht den fairen demokratischen Diskurs, sondern maximale Aufmerksamkeit bei Minderjährigen und jungen Erwachsenen in einem besonders sensiblen Umfeld. Das ist kein Beitrag zur politischen Bildung, sondern kalkulierte Polarisierung“, so Kraft weiter.

Für den Austausch mit Schülerinnen und Schülern gibt es bewährte demokratische Regeln: Politische Gespräche an Schulen finden im Regelfall auf Einladung der Schulen, unter pädagogischer Begleitung und im Rahmen ausgewogener Formate statt. Das gezielte Abfangen junger Menschen außerhalb des Schulgeländes, wo das Hausrecht der Schulen nicht greift, widerspricht dem Geist demokratischer Bildungsarbeit.

Der Kreiselternrat Dresden fordert die Landeshauptstadt Dresden als Schulträger und deren Versammlungsbehörde auf, hier genau hinzusehen und alle vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen, um eine solche Einflussnahme im direkten Schulumfeld zu unterbinden. Zudem bittet der Elternrat die Schulen selbst, Elternvertretungen und kommunale Verantwortliche aufmerksam zu bleiben, Vorfälle sachlich zu dokumentieren und demokratisch sowie friedlich auf mögliche Einflussversuche zu reagieren.

„Demokratie lebt vom Streit um die besten Ideen – auf Grundlage von Respekt, Fakten und Menschenwürde. Schulen dürfen keine Rekrutierungsräume extremistischer Kräfte werden“, erklärt der Vorsitzende des Kreiselternrates Dresden abschließend.

Der Kreiselternrat Dresden steht für eine demokratische, vielfältige und diskriminierungsfreie Schullandschaft und fordert alle Verantwortlichen auf, diese Werte aktiv zu schützen.

PM: Gute Bildung ist Pflichtaufgabe – nicht Sparmasse (vom 21.4.2026)

Kreiselternrat Dresden beschließt Forderungen an Landeshauptstadt und Freistaat

Die Vollversammlung des Kreiselternrates Dresden hat am Mittwoch, 15. April 2026 die gemeinsamen Forderungen der Elternvertretungen an Dresdner Schulen für die Doppelhaushalte 2027/2028 der Landeshauptstadt Dresden und des Freistaates Sachsen beschlossen. Damit senden die Eltern ein klares Signal an Politik und Verwaltung: Gute Bildung darf nicht unter Finanzierungsvorbehalt stehen – auch nicht in finanziell herausfordernden Zeiten.

Zuvor diskutierten die Elternvertretungen mit der Leiterin des Amtes für Schulen über die zukünftige Schulentwicklung in Dresden. Deutlich wurde: Die Herausforderungen sind groß – und sie dulden keinen politischen Aufschub. „Bildung ist immer eine Zukunftsinvestition, die nicht einfach ausgesetzt werden kann“, erklärt der Vorsitzende des Kreiselternrates Stefan Kraft und freut sich über die große Teilnahme im Stadtforum. „Die hohe Beteiligung zeigt: Eltern wollen Schule mitgestalten und erwarten zu Recht, dass ihre Stimme gehört wird. Mitmachen. Mut machen. Einmischen lohnt sich – denn gute Bildung fällt nicht vom Himmel, sie muss politisch gewollt und finanziert werden.“

Kraft, der gleichzeitig Elternvertreter an der Gemeinschaftsschule Campus Cordis und Mitglied des Landeselternrates ist, fordert klare Prioritäten in den kommenden Haushaltsverhandlungen: „Unsere Forderungen sind kein Wunschzettel. Sie beschreiben die Mindestvoraussetzungen für gute Bildung in einer wachsenden und sich verändernden Stadt. Wer an Schulen spart, spart an der Zukunft.“

Die stellvertretende Vorsitzende Susanne Heuer betont die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen: „Schulen brauchen Planungssicherheit statt kurzfristiger Programme. Bildungsqualität entsteht durch Kontinuität, ausreichende Ressourcen und echte Beteiligung der Schulgemeinschaften.“

„Schulentwicklung gelingt nur gemeinsam – mit Lernenden, Lehrkräften, Schulleitungen, Eltern, multiprofessionellen Teams, Fördervereinen, Verwaltung und politisch Verantwortlichen. Wer Zukunft gestalten will, muss Bildung priorisieren“, sieht Steve Federow, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender, auch Politik und Verwaltung in der Verantwortung, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Der Kreiselternrat Dresden kündigt an, die Forderungen der Elternvertretungen nun deutlich und öffentlich in die politischen Beratungen einzubringen. Die Erfahrungen aus zahlreichen Veranstaltungen der vergangenen zwei Jahre zeigen aus Sicht des Vorstandes: Transparente Arbeit, Beteiligungsorientierung und Weiterbildung stärken Schulgemeinschaften nachhaltig. „Die Vollversammlung bestärkt uns: Beteiligung schafft Vertrauen, Vertrauen schafft Veränderung“, betont Kraft den Weg des Kreiselternrates als Mitwirkungsorgan der Schulgemeinschaften. „Jetzt erwarten wir konkrete Entscheidungen für bessere Bildungsbedingungen von den Stadträtinnen und Stadträten sowie den Mitgliedern des Sächsischen Landtags.“

Die Elternvertretungen fordern unter anderem kraftvolle Investitionen in Schulgebäude, eine verlässliche Lehrkräfteversorgung, den Ausbau multiprofessioneller Teams, eine dauerhafte Finanzierung der Schulsozialarbeit an jeder Schule, proaktive Strategien und sofortige Maßnahmen in Richtung verstetigter, wohnortnaher Inklusion sowie eine zukunftssichere digitale Infrastruktur und sichere Schulwege. Der Kreiselternrat Dresden wird den Dialog mit Politik und Verwaltung jetzt intensivieren und freut sich auf die Gespräche mit den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik.

„Uns ist bewusst, dass öffentliche Haushalte unter Druck stehen und finanzielle Spielräume begrenzt sind. Doch gerade im Bildungsbereich gilt: Kurzfristiges Sparen führt langfristig zu höheren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten. Wer heute notwendige Investitionen unterlässt, riskiert Einnahmeverluste und Folgekosten, die weit über die aktuelle Amtszeit politischer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger hinausreichen”, appelliert Kraft abschließend.

PM: Bildung, Kinder und Jugendliche zuerst. Kreiselternrat warnt vor Sparpolitik zulasten von Kindern (vom 31.3./1.4.2026)

Der Kreiselternrat Dresden sieht die geplanten Einsparungen im Dresdner Kommunalhaushalt mit großer Sorge. Nach den aktuellen Vorschlägen sollen insbesondere im Geschäftsbereich Bildung, Jugend und Sport sowie bei Schulbudgets Einsparungen erfolgen. Für den Kreiselternrat ist klar: Weitere Kürzungen im Schul- und Bildungsbereich sind nicht hinnehmbar.

Bereits heute arbeiten viele Schulen in Dresden unter schwierigen Bedingungen. Gebäude und Ausstattung sind vielerorts sanierungsbedürftig – vor allem bei Förderschulen, Oberschulen, aber auch noch etlichen Grundschulen – die Lernumgebung ist teilweise seit Jahren auf Verschleiß gefahren. Jede weitere Mittelkürzung führt direkt oder indirekt zu einer Verschlechterung der Situation für Kinder und Jugendliche – und damit auch zu schlechteren Lernbedingungen.

„Gerade im Schul- und Bildungsbereich ist die Grenze des Machbaren längst erreicht. Es darf nicht weiter bei unseren Kindern gespart werden“, erklärt Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden. „Wir brauchen mehr Investitionen in eine moderne und leistungsfähige Schulinfrastruktur – nicht weitere Einschnitte.“

Die Haushaltslage der Stadt Dresden ist zweifellos angespannt. Prognostizierte Defizite in dreistelliger Millionenhöhe stellen Politik und Verwaltung vor große Herausforderungen. Dennoch darf die Konsolidierung des Haushalts nicht zulasten der jüngsten Generation erfolgen. Bildungsausgaben sind keine kurzfristig verzichtbaren Leistungen, sondern zentrale Zukunftsinvestitionen für die gesamte Stadtgesellschaft.

„Jede Mittelkürzung verschärft die Probleme einer Infrastruktur, die vielerorts bereits an ihre Grenzen gekommen ist“, so Stefan Kraft weiter. „Wer heute bei Bildung spart, zahlt morgen einen deutlich höheren Preis – gesellschaftlich, wirtschaftlich und sozial.“

Der Kreiselternrat Dresden fordert deshalb:

• Keine weiteren Kürzungen im Schul- und Bildungsbereich
• Priorisierung von Investitionen in Schulinfrastruktur
• Stärkung der Budgets für Schulen, Lernmittel und Bildungsangebote
• Langfristige Sicherung der Bildungsqualität in Dresden


„Wir brauchen mehr und nicht weniger Investitionen in Bildung. Jeder Euro ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder und in die Zukunft des Bildungsstandortes Dresden. Hier sehen wir die Landeshauptstadt Dresden gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen in der Pflicht“, betont der Vorsitzende des Kreiselternrates Dresden abschließend.

Der Kreiselternrat Dresden appelliert an die Mitglieder des Dresdner Stadtrates, bei den anstehenden Haushaltsberatungen klare Prioritäten zugunsten von Kindern und Jugendlichen zu setzen. Der aktuellen Schulgeneration wurde nicht erst seit Corona schon viel zu viel zugemutet, das darf so nicht weitergehen.

Ergänzung am 1.4.2026

Mit Blick auf die heute veröffentlichten Zahlen zum Sachsenfonds bewertet der Kreiselternrat Dresden die angekündigten Mittel für den Schulhausbau ernüchtert.

„Die angekündigten Mittel sind höchstens ein leichtes Aufatmen, aber kein Grund für überschwängliche Freude“, erklärt Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden. „Ohne zusätzliche Mittel im regulären Doppelhaushalt des Freistaates handelt es sich im Kern um eine bloße Verschiebung von Finanzierungen – und zugleich um eine deutliche Kürzung im Vergleich zu den Haushalten vor 2025/26.“

Nach den heute veröffentlichten Eckzahlen stehen aus dem Sachsenfonds insgesamt 1,088 Milliarden Euro für kommunale Förderprogramme zur Verfügung, davon 45 Prozent für Schulhausbau. Für die kreisfreien Städte sind 40 Prozent dieses Anteils vorgesehen.

Umgerechnet bedeutet dies für die drei Städte zusammen rund 195,95 Millionen Euro über einen Zeitraum von 12 Jahren. Bei einem angenommenem Verteilerschlüssel von 40:40:20 sind das für Dresden: 78,38 Mio. Euro (≈ 6,53 Mio. Euro pro Jahr).

Aus Sicht des Kreiselternrates Dresden wird damit deutlich, dass die angekündigten Mittel bei weitem nicht ausreichen, um den erheblichen Sanierungs- und Investitionsbedarf an Dresdner Schulen zu decken. „Gerade für die kreisfreien Städte ist das lediglich ein Tropfen auf den sprichwörtlich glühend heißen Stein“, so Stefan Kraft weiter. „Die Herausforderungen bei der Auflösung des massiven Sanierungsstaus in der Schulinfrastruktur lassen sich mit diesen Beträgen nicht annähernd bewältigen – gerade auch mit Blick auf die finanzielle Situation der Kommunen, auch der Landeshauptstadt.“
Besonders kritisch bewertet der Kreiselternrat, dass im aktuellen Kernhaushalt des Freistaates Sachsen für 2025/26 keine regulären Fördermittel für den Schulhausbau vorgesehen sind. Ob sich dies im Doppelhaushalt 2027/28 ändern wird, ist derzeit offen.

„Sollte es bei dieser Situation bleiben, droht eine Fortsetzung der angespannten Lage für die Landeshauptstadt Dresden. Der Investitionsbedarf in Schulen ist nach wie vor enorm.“ Der Kreiselternrat Dresden bekräftigt daher seine Forderung, Investitionen in Bildung und Schulinfrastruktur nachhaltig zu stärken und dauerhaft im Landeshaushalt abzusichern.
„Wer es ernst meint mit Chancengerechtigkeit, Fachkräftesicherung und gesellschaftlichem Zusammenhalt, muss Bildung als Priorität behandeln“, betont Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden. Das gelte für den Freistaat Sachsen, aber auch für die Landeshauptstadt Dresden. „Um den Sanierungsstau nachhaltig anzugehen, bedarf es aus unserer Sicht nach wie vor ein stadteigenes Sondervermögen Schulhausbau Dresden. Darüberhinaus fordern wir die Landeshauptstadt auf einen Teil des zusätzlich frei verfügbaren Kommunalbudgets aus dem Sachsenfonds für den Schulhausbau einzusetzen“, so Kraft abschließend.

PM: Eltern fordern Hort- und Ferienbetreuung an allen Förderschulen (15.12.2025)

Kreiselternrat Dresden macht Betreuungsbedarf an Förderschulen sichtbar

Was für Lernende an staatlichen Grundschulen Normalität ist, dafür kämpfen die Eltern an Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung seit vielen Jahren. Denn eine zuverlässige Hort- und Ferienbetreuung wie sie die meisten in Anspruch nehmen können, ist für die dortigen Schülerinnen und Schüler noch immer nicht gegeben. Die betroffenen Familien stehen täglich vor der Herausforderung, ihren Kindern eine sichere und fördernde Entwicklungsumgebung zu gewährleisten und gleichzeitig den Familien-, Pflege- und Berufsalltag zu bewältigen. 

„Mit der Ungleichbehandlung muss jetzt Schluss sein!“, fordert Ulrike Springborn, stellvertretende Leiterin des Arbeitskreises Förderschulen im Kreiselternrat Dresden. „Wir freuen uns sehr, dass dies auch die Delegierten des Landeselternrates Sachsen so sehen, die unseren Antrag für eine verpflichtende Hort- und Ferienbetreuung auch für Lernende an Förderschulen des Schwerpunktes geistige Entwicklung unterstützt haben“, sagt Silke Miska-Göhler, Dresdner Delegierte für die Förderschulen im Landeselternrat.

Laut sächsischer Schulordnung handelt es sich bei Lernenden an Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung um Kinder mit erheblichen kognitiven Einschränkungen, verbunden mit sozialkommunikativen und emotionalen sowie oftmals auch körperlichen Beeinträchtigungen. „Viele sind schwerstmehrfachbehindert und benötigen besonders verlässliche und individuell angepasste Betreuung. Obwohl diese Schulen offiziell als Ganztagsschulen gelten, können die vorgesehenen Zeiten mangels personeller und struktureller Voraussetzungen nicht umgesetzt werden. Eine geregelte Nachmittags- oder Ferienbetreuung existiert derzeit nicht“, erklärt Astrid Bernheiden, Leiterin des Arbeitskreises Förderschulen im Kreiselternrat Dresden.

„Diese Situation führt zu einer deutlichen Ungleichbehandlung gegenüber Familien nichtbehinderter Kinder und steht im Widerspruch zu Grundsätzen des SGB VIII, das die Förderung von Teilhabe und die Unterstützung der Familien ausdrücklich vorsieht“, sagt Susanne Heuer, stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrates und Beauftragte für die Förderung von Kindern mit Entwicklungsbesonderheiten. „Für viele Eltern bedeutet das, Arbeitszeiten zu reduzieren oder Betreuung komplett selbst leisten zu müssen. Dies belastet die Familien stark und nimmt den Kindern wichtige Chancen auf Förderung, soziale Kontakte und Teilhabe am Gemeinschaftsleben.“

Der Kreiselternrat Dresden fordert von Land und Kommunen endlich verbindliche Lösungen. Ab 2026 gilt ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Was für Grundschulen verbindlich ist, muss auch für Kinder an allen Förderschulen möglich sein!